Hallo liebe Lesenden ! Ich melde mich zurück aus dem derzeit doch etwas stürmischen Manila. Außer meinem üblichen Laufen, Schwimmen, Essen, Kacken, Schlafen ist nun doch ein wenig passiert…
Also als erstes… uns geht es wie immer gut. Das Kind hat eine neue Brille (Typ “Puck, die Stubenfliege”), der Kühlschrank ist voll, die Auflösung aller europäischen Bankkonten ist vollzogen. Wir sind voll im Plan.
Wie um diese Jahreszeit üblich, tobt mal wieder ein Taifun durch Asien und hat neben China und Taiwan auch wieder die Philippinen getroffen. Es gab ein paar Tote, aber nichts, was außer des normalen Bereich gelegen hätte.
Durch den Sturm, wie immer begleitet von heftigem Regen, wurden natürlich auch wieder einige Barangays in Manila überflutet. Und hier kommt jetzt der zweite Sturm… Durch die heftigen Überflutungen und einen Whistleblower kam mal wieder ein neuer Korruptionsskandal ans Licht, wurde sozusagen an die Oberfläche und in das Bewußtsein der Menschen gespült:
Ein Multimillionen-Dollar-Projekt für den Flutschutz in Manila ist (wie üblich…) verpufft. Ein Scheinprojekt, das nie stattfand und unter dessen Vorwand rund 35-50 Millionen DOLLAR in die Taschen von Bauunternehmern, Beamten und Senatoren gespült wurden. El Präsidente Ferdi “Bong Bong” Marcos gab sich im lokalen TV natürlich rechtschaffen entsetzt. Die ersten Bauernopfer wurden verhaftet und die ersten Lambos medienwirksam präsentiert und einkassiert. Es wird jetzt aufgeräumt… ja neee – is klar…

Solche Korruptionsfälle sind hier normal, Tagesordnung. Wählerstimmen werden seit jeher gekauft, seit fast einem Jahrhundert wird das Land, offiziell natürlich eine Demokratie (muhuhahaha…), – von 20-30 uralt-eingesessenen superreichen Familien regiert. Das Land ist nun ehrlich kein Land, noch weniger eine Demokratie – es ist ist tatsächlich ein Familienbetrieb.
Ich habe ja nun mittlerweile ein paar dieser Prominenten und Superreichen kennengelernt, weiß, wie sie denken, höre, wie sie über “das Volk” reden. Nicht schön – vorsichtig formuliert. Es herrscht wirklich die klassische Gutsherrenart. Von diesem “Luxuspöbel” halten wir uns fern.
Während sich die Senatoren und Bürgermeister und die ganzen Reichen in ihren Luxuslimousinen vom Spa zum Restaurant und zurück zum Pool kutschieren lassen, arbeiten hier studierte, hochintelligente junge Menschen für 650-700 Peso am Tag. Also 8-12 Stunden. Das sind rund 10€ – AM TAG !





Nach den Aufständen in Nepal, wo die junge Generation die Regierung gestürzt hat – was toll war… weg mit den widerlichen schmarotzende Nepobabys… sollte sich die machthabende Kaste hier vor Ort langsam mal Gedanken machen, wie sie das verhindern kann und sich ehrlich machen… do you hear the people sing…
Wird es hier auch zu Aufständen kommen oder waren die Ausschreitungen am 22.9.25 nur ein Sturm im Wasserglas ?! Warten wir es ab… es bleibt spannend. Wir sind wie immer auf der Seite des Volkes…
Für heute Grüße aus dem nassen und stürmischen Manila !
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