Mal wieder nichts geschrieben in letzter Zeit. Lazer hat sich schon Sorgen gemacht, weil im Blog Funkstille herrschte. Dabei ist alles in Ordnung – keine Entführung durch Außerirdische, kein Tropenfieber, nicht mal ein umgeknickter Zeh. Es passiert nur einfach… wenig. Unser Leben ist zurzeit so ruhig, dass man meinen könnte, wir wohnen in einem Zen-Kloster – mit Pool und Lieferdienst.
Aber am Samstag, dem 31. Mai, haben wir tatsächlich mal wieder Kultur getankt. Ziel: das Aliw Theater, gleich beim Hafen. Es lief Schwanensee. Und ich muss sagen: Was für ein Erlebnis! Die philippinischen Hupfdohlen – ich meine das in tiefster Bewunderung – waren sensationell. Wie die sich drehen, springen, schweben! Während ich beim Versuch, meine Badelatschen anzuziehen, fast eine Hüftluxation erleide, drehen die da dreifache Pirouetten in Tüll.
Wie immer ging’s vor der Aufführung erst mal zum Essen – diesmal zu Max’s Restaurant. Menü des Tages: totes Huhn mit Tofu. Klingt wie eine Begegnung zweier Welten – das eine einst geflogen, das andere nie lebendig gewesen –, aber es war erstaunlich stimmig. Vielleicht auch deshalb, weil wir bei Max’s inzwischen so oft essen wie andere Leute ihre Topfpflanzen gießen.
Ein bisschen ernst wurde es dann doch: Ich habe vor Kurzem mein morgendliches Walking eingestellt. Nicht aus Faulheit (also nicht nur), sondern wegen eines ziemlichen Schreckmoments. 1,8 Kilo in einer Woche verloren – einfach so. Und das, obwohl ich täglich wie gewohnt meine 52 Bahnen schwimme. Ich hatte an drei Tagen zusätzlich noch 6 Kilometer zügiges Walking vor dem Schwimmen gemacht. Offenbar war das zu viel des Guten – oder zu wenig des Essens.
Also habe ich kurzerhand ChatGPT zu meinem digitalen Ernährungsberater befördert: tägliches Wiegen, Nahrung auflisten, Wochenanalyse. Jetzt, ohne Walking, ist das Gewicht wieder stabil – und ich auch. Falls das so bleibt, werde ich das Walken künftig gezielt einsetzen wie ein Feinschmecker das Fleur de Sel: wohldosiert und mit Wirkung.
Dann war da noch ein kulinarisches Abenteuer: philippinischer Tapuy. Ein Reiswein, ähnlich wie Sake, nur… anders. Wir haben uns eine Flasche bestellt und zur Hälfte geleert. Ich war ehrlich überrascht: Der Tapuy schmeckt wie ein feiner Dessertwein – fruchtig, leicht süß, mit einem Hauch von „Wow“. Und das, obwohl er traditionell in Tonkrügen in Bambushütten vor sich hin gärt. Wenn das keine Handwerkskunst ist, weiß ich auch nicht.
Ansonsten bleibt alles ruhig. Das Leben plätschert dahin – nicht langweilig, aber eben entspannt. Die nächsten Reisen stehen auch schon fest: Noch dieses Jahr eine Woche Bangkok, Anfang nächstes Jahr dann Kota Kinabalu. Airbnb ist gebucht, der Koffer gedanklich schon gepackt.
Bis dahin: Fröhliche Grüße aus der Sonne Manilas – mit Muskelkater vom Lachen, nicht vom Laufen.
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