Ein Hoch auf die Routine – oder: Warum schwitzen, wenn auch liefern geht?
Diese Woche war – wie soll ich sagen – ein echtes Highlight der Unaufgeregtheit. Keine dramatischen Ereignisse, keine wilden Eskapaden, keine kulturellen Offenbarungen. Einfach nur: Alltag. Und wisst ihr was? Ich liebe das!
Das Wetter hat sich die ganze Woche über betont zurückgehalten. Trocken. Kaum Regen. Und das Thermometer? Das hat sich bei saftigen 36 Grad eingependelt. Jeden Tag. Verlässlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Oder eine kaputte Klimaanlage – je nach Perspektive. Ich finde ja, wenn man schon in den Tropen lebt, dann bitte richtig.
Morgens um sechs, wenn noch kein Hahn kräht (aber die ersten Motorräder hupen), steige ich in den Pool. Von sechs bis sieben ziehe ich meine Bahnen. Das Wasser ist dann, wie eigentlich immer, exakt so warm wie die Luft: 28 Grad. Kein Frösteln, kein Zähneklappern – eher ein bisschen wie eine sehr lange Umarmung von einer alten, leicht zu warmen Daunendecke. Sportlich ist das nur bedingt, aber hey: Ich bin diese Woche auf 100 Metern ganze zehn Sekunden schneller geworden! Das ist für meine Verhältnisse praktisch Lichtgeschwindigkeit. Vielleicht liegt’s daran, dass ich mir beim Schwimmen neuerdings spannende Fragen stelle wie: „Was esse ich heute zum Mittag?“ oder „Sollte ich mal wieder die Fenster putzen?“ – das bringt den Kreislauf in Schwung.

Ansonsten? Nix passiert. Ehrlich. Keine Events, keine Ausstellungen, keine Lesungen, kein Straßenfest, kein zufälliges Treffen mit einer lokalen Berühmtheit. Es war eine dieser Wochen, in der man täglich aufs Neue denkt: Huch, schon wieder Donnerstag? Was hab ich eigentlich gemacht? Und das ist völlig okay so.
Heute zum Beispiel ist Samstag. Und heute kommt das Mittagessen von Kenny Rogers Roasters. Ja, richtig gelesen. Kenny Rogers. Der mit der Country-Musik und dem Hühnchen. Die Filiale ist schräg gegenüber, einmal über die Straße. Aber bevor jemand fragt, warum ich nicht einfach selber hingehe: Weil die liefern. Kostenlos. Bis an die Haustür. Ich sag’s mal so – in einem Land, wo die Hitze mit dem Vorschlaghammer kommt, muss man jede Gelegenheit nutzen, sich nicht zu bewegen. Die liefern nicht nur Essen, sie liefern auch Lebensqualität.
Also, während ihr diesen Beitrag lest, sitze ich vermutlich am Esstisch, genieße mein saftiges Chicken mit Beilagen (die Corn Muffins sind ein Gedicht!) und freue mich über die kleinen, feinen Routinen meines tropischen Lebens.
In diesem Sinne: Bleibt cool, genießt die Stille zwischen den großen Momenten – und bestellt euch doch auch mal was Leckeres. Das Leben ist zu heiß für unnötige Wege.
Bis bald und liebe Grüße aus dem 36-Grad-Leben !
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